Worte zum Tag – 9. Januar 2021

Hauptstadt.TV9. Januar 2021

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

HERR, wenn ich auch mit dir rechten wollte, so behältst du doch recht; dennoch muss ich vom Recht mit dir reden.“ aus dem Buch des Propheten Jeremia 12. Immer wieder bin ich beeindruckt davon, wie die Propheten in Israel mit Gott auf Augenhöhe reden. Denn sie sind Menschen und Gott hat den Menschen wenig niedriger gemacht als Gott. Juden sehen eben beides – in Ehrfurcht vor Gott den Unterschied und die Distanz zwischen Gott und Mensch. Und zugleich aber reden Sie mit Gott auf Augenhöhe über das Recht. Was ist angemessen? Was ist Recht. Recht für Juden und Christen ist von Gott gesetzt. Es ist nicht etwas, über das man immer neu verhandeln könnte. Das wird akzeptiert. Aber zugleich muss und kann immer neu mit Gott auch geredet werden im Gebet, im Streit wie bei Hiob, was ist angemessen? Was heißt das Recht in einer ganz konkreten Situation. Der Mensch ist also Mitarbeiter Gottes auf Erden, um das Recht zu etablieren, um Recht anzuwenden. Damit das Recht ströme wie lebendiges Wasser. Und so haben Juden und Christen, oft Hand in Hand, gemeinsam dazu beigetragen, den Rechtsstaat zu etablieren. Ihn durchzusetzen. Das Rechte, das Recht, ist das angemessene, das im richtigen, im rechten Verhältnis zum von Gott gesetzten Recht steht.

Heute kommen uns die Begriffe da ein wenig durcheinander. Denn wir wollen mit den Rechten nichts zu tun haben, empfinden und so wird ja auch von Gerichten, die Recht sprechen geurteilt, das was die Rechten sagen und wollen als Unrecht, als gerade nicht angemessen. Die Rechten, die rechts stehen, die wollen etwas was vielleicht einmal in der Vergangenheit angemessen war, heute wieder als Recht, als Wirklichkeit etablieren. Aber es ist eben heute nicht mehr angemessen und ist deshalb heute auch nicht mehr Recht, sondern wird als Unrecht wahrgenommen. Und deshalb braucht es eben auch immer die Linken, die für eine sich ändernde Zeit neu versuchen zu beschreiben, was angemessen ist. Als man die Nationalstaaten als Fortschritt gegenüber den Fürstentümer etablieren musste, galten die, die für den Nationalstaat eintraten, als Linke. Als fortschrittlich. Heute sind sie heillos, hoffnungslos aus der Zeit gefallen. Denn wenn über die Nationen hinaus gehandelt wird, muss man international, also über die Nationen hinaus denken. Was ja auch die Rechten ganz modern machen, wenn sie sich international vernetzen.

Und Jesus hat auch an vielen Stellen ein neues Recht etabliert, ein anderes Recht von Gott, vor Gott. Denn nun sollte sich keiner mehr einfach seine Stellung vor Gott verdienen. Sondern da, wo ein Mensch vor Gott steht, hat ihn Gott aus Gnade hingestellt. Für Christen ist das neue Recht, was gilt, das aus der Gnade Gottes einem Menschen geschenkte Recht. In einer Geschichte, die Jesus im Evangelium von Matthäus erzählt, wird auf wundervolle Weise erklärt, was einen am Anfang abstößt, verwundert und das man dann aber annehmen kann: „Als die Ersten kamen, meinten sie, sie würden mehr empfangen; und sie empfingen auch ein jeder seinen Silbergroschen. Und als sie den empfingen, murrten sie gegen den Hausherrn und sprachen: Diese Letzten haben nur eine Stunde gearbeitet, doch du hast sie uns gleichgestellt, die wir des Tages Last und die Hitze getragen haben.“

Am Ende der Zeiten will Gott eben alle Menschen retten in seine Ewigkeit. Und der, der lange im Weinberg des Herrn gearbeitet hat, bekommt nicht mehr und nicht weniger, als der, der erst spät dazugekommen ist. Dort, wo von Gott nur mit dem Blick auf Gottes Willen zum Heil für den Menschen geredet wird, sind Geistliche wie Origines oder Karl Barth eben immer dazu gekommen, zu erwarten, dass Gott allen Menschen helfen will. Dass er sie alle erretten will. Die Kirche hat dem oft widersprochen, weil sie einen Anreiz wollte, dass man sich jetzt schon mit dem Blick auf den Erfolg am Ende bemüht. Aber Gott will eben sich ganz verschenken, will seine Gnade seinem geliebten Partner, dem Menschen ganz erweisen. Und nicht auf der Grundlage von seinem Verdienst. Da würden wir doch alle wenig bekommen, zu wenig, um für alle Zeit an der Seite Gottes leben zu können? Bleiben sie gesundBehütet.


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