Worte zum Tag – 5. Januar 2021

Hauptstadt.TV5. Januar 2021

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

Für dieses Jahr ist uns als Jahreslosung gegeben: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.“ Unsere Jahreslosung ist ein zentraler Satz aus der Feldpredigt, von der Lukas in seinem Evangelium erzählt. Wie bei der Bergpredigt Jesu, von der Matthäus in seinem Evangelium für Judenchristen erzählt, kommen auch hier erst die Seligpreisungen. Danach erklärt Jesus, wie wir uns Gegnern, ja Feinden gegenüber verhalten sollen und dann wie wir uns zu unseren Nächsten verhalten sollen. Man kann nur leben, was man erlebt hat. Und für etwas so Wichtiges, wie unser Verhalten gegenüber unseren Nächsten, also denen, mit denen wir leben, denen wir unser Leben verdanken, die uns fordern und fördern, gibt es nun den größten Lehrmeister, den man sich denken kann. Gott selbst lehrt uns, wie wir uns dem Nächsten gegenüber verhalten sollen. Gott selbst ist unser Vorbild in Bezug auf Barmherzigkeit. Mit Barmherzigkeit sollen wir unseren Nächsten begegnen. In meinem kleinen „Lexikon der schönen Wörter“ ist es leider nicht drin. Aber für mich ist es eines der schönsten Worte, die unsere Sprache kennt. Barmen ist kein schönes Wort. Ist keine schöne, keine würdige Haltung. Ich mag nicht das, was es bezeichnet und mag wohl deshalb auch das Wort nicht. Ich selber will nicht barmen und ich mag es auch nicht, wenn andere es tun. Es nimmt uns beiden die Würde. Aber wenn sich jemand erbarmt einem anderen gegenüber erbarmt, dann gibt es beiden im selben Augenblick eine wundervolle Würde. Und erst recht, wenn das Erbarmen nicht aus einer Nützlichkeitserwägung heraus erfolgt, sondern aus dem Herzen kommt. Da wo eine einem anderen Barmherzigkeit zeigt, da wird der eine zu der anderen auf Augenhöhe erhoben. Barmherzigkeit kennt Unterschiede nur in der Vergangenheit. Im Präteritum. Wo einer Barmherzigkeit zeigt, erweist, erhebt er sich selber. Aber eben gerade nicht über den anderen, sondern er oder sie streckt sich und hebt den anderen zu sich nach oben, auf Augenhöhe. Man beugt sich in der Barmherzigkeit, um sich gemeinsam zu strecken. Nach oben. Zum Licht. Dorthin, wo es hell ist, aus der Dunkelheit heraus. Aus den Irrungen und Wirrungen, der Erniedrigung des Menschen in das Aufrechte, die Aufrichtigkeit. Denn das gehört doch eben zu der Barmherzigkeit, dass ich das weitergebe, wieder gebe, was ich erlebt, was ich empfangen habe.

Die Geschichte von dem widerwärtigen Schalksknecht ekelt uns doch deshalb so sehr an, weil dort jemand unvorstellbar große Barmherzigkeit empfangen hat. Und dann aber keine Barmherzigkeit erweisen will. Jesus erzählt das Gleichnis auf die Frage von Petrus, wie oft man seinem Nächsten vergeben soll. Und sagt zu Petrus Nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal. Und wenn man weiß, dass für Jesus und seine Jünger alle Zahlen Bedeutung haben und sieben eine Zahl für Vollkommenes ist, die Zahl der Wochentage der Schöpfung, dann hört Petrus genau: Vollkommen mal vollkommen sollst du vergeben. Denn auch Dir ist vergeben worden von Gott. Du lebst wie Dein Nächster aus der Vergebung Gottes. Ihr seid beide genauso darauf angewiesen. Ihr könnt nur dank dieser Vergebung leben. Ihr lebt aus dieser Vergebung. Barmherzigkeit das sind sozusagen die Seile im Ring unseres Lebenskampfes. Für unser Leben selbst ist uns etwas Größeres gegeben: Du sollst Gott lieben und Deinen Nächsten und Dich selbst wie Dich selbst. Das ist die Orientierung, die uns leben hilft. Denn Leben kommt aus der Liebe. Leben kann nur wer liebt. Man lebt so, wie man liebt. Aber wenn man dann an Grenzen kommt und seien es die eigenen oder eben die des Anderen, des Nächsten, dann ist man auf Barmherzigkeit angewiesen. Die Barmherzigkeit fängst uns auf, sorgt dafür, dass wir nicht aus dem Ring fallen, nicht aus unseren Zusammenhängen nach unten, ins Bodenlose fallen. Barmherzigkeit hebt uns auf für die Zukunft. Barmherzigkeit stiftet Zukunft und zugleich Licht, wo man nichts mehr sieht. Und ich kann, ja ich darf, ja ich soll Barmherzigkeit zeigen, weil Gott sie auch mir erwiesen, mir gezeigt hat. „Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang, und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.“ Aus dem Lieblingspsalm für viele, dem Psalm 23 ist die Losung für heute. Wir können und wollen der Barmherzigkeit Gottes nicht enteilen, uns ihr nicht entziehen. Aber wenn wir sie nicht auch anderen erweisen, werden wir sie nicht erleben. Bleiben sie gesundBehütet.


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