Worte zum Tag – 28. November 2020

Hauptstadt.TV28. November 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“ verspricht der Prophet Jesaja am Ende seines Prophetenbuches den Familien aus Juda, die aus dem babylonischen Exil zurückdürfen. Wie gut, ja wie schön, wenn von Gott ganz selbstverständlich so geredet wird, als wäre Gott eine Frau. Gott ist genauso wenig ein Mann wie eine Frau. Gott ist weder noch. Gott ist auch nicht divers. Er hat kein drittes Geschlecht, sondern Gott ist unvergleichlich. Denn mit welchem Geschöpf seiner Schöpfung sollte man den Schöpfer vergleichen? Bei den Adjektiven haben wir den Elativ, der über dem Superlativ ist. Denn bei Superlativ kann man noch etwas vergleichen. Ein Turm ist nicht nur höher als andere, sondern am höchsten. Aber der Elativ will nicht mal mehr einen Vergleich, weil Gott einfach eine andere Kategorie erfordert. Gott schuf den Menschen als sein Abbild, erzählt die Bibel. Als Mann und Frau schuf er sie. Und das heißt, dass erst beide zusammen Abbild Gottes sein könnten. Nie einer von beiden allein.

Gott spricht zu Jesaja und spricht so durch Jesaja. Gottes Wort im Menschenwort. Wie darf, wie soll man sich Gottes Wort vorstellen? Ganz überraschend ist doch schon mal, dass man nicht von Gottes Worten redet, sondern trotz der 1000 Seiten der Bibel von Gottes Wort redet. Dem einen Wort Gottes. Karl Barth hat aus diesem einen Wort Gottes seine ganze Theologie entfaltet in nun immerhin 12 dicken Bänden.

Wir Menschen reden in Hunderten verschiedener Sprachen. Mit tausenden von Wörtern. Und die Bibel als meistübersetzte Buch der Welt ist auch übersetzt in die meisten dieser Sprachen. Nun ist aber vor nicht einmal hundert Jahren eine neue, alles verändernde Form der Kommunikation hinzugekommen. Die digitale Kommunikation. Also eine Kommunikation über Zahlen. Digital bedeutet soviel wie über Ziffern darstellbar. Denn für Ziffern, digit, benutzt man eben die Finger, lateinisch digitus, zum Zählen. Und die Computer und das Internet basieren auf der digitalen Sprache von 0 und 1. „Aus und An“ in einem Stromkreislauf. Und über diese digitale Sprache gelingt nun so viel mehr und anderes als je zuvor, dass man wieder davon reden kann, dass wir in einer neuen Galaxis, in einem neuen System jenseits der Gutenberg-Galaxis des Buchdrucks angekommen sind. Denn auf der Basis der digitalen Sprache ist die Welt nun erstmals vernetzt, können nicht nur Schrift, sondern auch Bilder und alle möglichen anderen Informationen in Echtzeit an jeden beliebigen Punkt der Erde und des Weltalls übertragen werden und auf der Grundlage verstanden, übersetzt werden in analoge, menschliche Kommunikation. Zugleich haben wir damit auch erstmals die Situation, dass es nicht nur unendlich viele Empfänger gibt, wie in der Gutenberg-Galaxis, sondern auch unendlich viele Sender, die jeweils unendlich viele Empfänger haben können. Ich erzähle das alles und stelle es so detailliert dar, weil die digitale Sprache in ihrer Einfachheit von 0 und Eins der Wirkmächtigkeit der Sprache Gottes näher kommt als unsere analoge Sprache. Denn das Wundervolle der Sprache Gottes ist doch: dass das, was Gott spricht, geschieht. In der wohl ca. 2500 Jahre alten Schöpfungsgeschichte, die die Priester am Jerusalemer Tempel aufgeschrieben haben, heißt es immer wieder: Gott spricht und es wurde. Wenn Gott spricht, geschieht es. Tritt etwas aus dem Nichts ins Sein. Und Gott, der so spricht, ist ja nicht Teil seiner Schöpfung.

Gott hat also, auch wenn die Bibel ganz analog mal vom Mund oder Ohr Gottes oder eben vom Wort Gottes redet, nichts, was mit uns vergleichbar wäre. Aber wenn wir von Gott reden wollen oder mit Gott reden wollen, dann müssen wir uns eben unserer analogen Sprache bedienen. Sollten aber eben immer wissen, dass wir von Gott reden, der eben nicht Teil von Raum und Zeit ist. Gott, der nicht in den vier Dimensionen von Länge, Breit, Höhe und Zeit ist, denn die hat er ja mit seinem Wort überhaupt erst geschaffen. Und ist nicht Teil von dem, was er geschaffen hat. Und wir können Gott nur „denken“, nur „hören“ oder „empfinden“ in unseren menschlichen, analogen Formen von Kommunikation. Und das sind eben die 4 Dimensionen, in die hinein wir geschaffen worden sind. Aber eben durch eine „Sprache“, die aus einer anderen Dimension heraus, diese 4 Schöpfungsdimensionen geschaffen hat. Vielleicht sind es sogar noch mehr Dimensionen, in die Gott hinein oder aus denen heraus er geschaffen hat. Aber wir können nur in diesen 4 Dimensionen denken. Zu etwas anderem ist unser Gehirn nicht befähigt, ausgelegt.

Die einzige Stelle, wo wir darüberhinaus „denken“ oder „empfinden“ können, ist unsere Seele. Denn unsere Seele ist in der Lage, in einer für uns kaum reflektierbaren Weise mit dem Geist Gottes in Kommunikation einzutreten. Aber so wie wir nicht über unsere Seele verfügen, so können wir nicht über die Kommunikation verfügen, mit der unsere Seele mit Gott in Kontakt tritt.

Und hier kommen wir zurück zu dem Gotteswort in menschlichen Worten. Jesajas Seele hat Gott gehört. Und er erzählt in seiner Sprache, der hebräischen Sprache der Juden, was er gehört hat: „Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet.“

Und Jesus spricht in seinem Aramäisch und der Evangelist Johannes hat es aufgeschrieben. Und das ist der Lehrtext von heute: „Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch. Denn ich lebe, und ihr sollt auch leben.“

Bleiben sie gesundBehütet.


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