Worte zum Tag – 27. Februar 2021

Hauptstadt.TV27. Februar 2021

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.“ schreibt Paulus am Ende seines Briefes an die Gemeinde in Philippi. Dann kommt nur noch ein kleines PS, ein Postscriptum. Und so ist es zur guten Tradition geworden, dass am Ende einer Predigt die Zuhörer mit diesem Segen des Paulus gesegnet werden. Mit dem Kanzelsegen. Am Ende des Gottesdienstes kommt dann auch noch der große Segen des Aaron, vom älteren Bruder von Mose. Mit dem Aaron einst Israel segnete und der im Tempel gesprochen worden ist bis zu seiner Zerstörung. Luther führte ein, dass er am Ende des Gottesdienstes gesprochen wurde. Als Schlusssegen, unter dem ein Mensch dann in die am Sonntag gerade begonnene Woche geht.

Friede ist immer höher als alle Vernunft. Denn er beendet alle Widersprüche, die unsere Vernunft noch zu bieten hätte. Er beendet alles, allen Trotz und verbindet Menschen untereinander und mit Gott. Deshalb werden beim Segnen auch die Arme ausgebreitet, um alle zu umfassen, alles zu bedecken und die Hände bleiben offen, um zu hoffen, dass sich alle an diesen Frieden halten, alle in diesem Frieden bleiben. Und selbst wo wie heute in vielen Gemeinden die Menschen kaum noch aufstehen, beim Segen stehen sie dann doch auf. Und stellen sich unter den Segen Gottes.

Da kann man nicht sitzen bleiben. Beim Segen ist Respekt geboten. Denn da segnet zwar einer im Namen Gottes, aber im Grunde begegnet uns da im Segen doch Gott selbst. Und es gibt Menschen, für die ist das der eigentliche Höhepunkt im Gottesdienst. Sie wollen diesen Segen für ihre nächste Woche! Sie wollen sich unter diesen Segen stellen, weil sie in ihrer Not oder in ihrer Freude merken: An Gottes Segen ist alles gelegen.

Bei mancher Geburtstagsgratulations-Cour denke ich mir: Arme Welt. In der keiner mehr sich traut, Gottes Segen zu wünschen. Da wird dieses und jenes gewünscht und manche überbieten sich gegenseitig in Originalität und in Fröhlichkeit. Aber das traut sich dann doch keiner. Und wenn ich es dann wünsche, laut und für alle hörbar, dann gucken die einen erleichtert und denken sich: Der kann das ja! Und die anderen grinsen und denken: Hasset nich ne Nummer kleiner? Oder gucken verstört: „Wer is dat denn?“

Und meinen dann meist nicht mich, sondern diesen ominösen Gott. Und wieder andere denken: „Machtert sich ja dolle einfach. Einfach nur Gottes Segen?!?“

Ja, einfach nur Gottes Segen. Denn mehr kann man nicht wünschen. Alles andere kommt dann dazu. Kommt dann oft wie von selbst. Denn unter dem Segen Gottes, im Segen Gottes kann sich ein Mensch wirklich entfalten.

Denn man wird doch nicht entfaltet. Das kann man nur selber machen. Aber man braucht dazu ein Umfeld, man braucht Raum für den Geist und für sich selbst, um sich zu entfalten. Wer als Kind immer nur zusammen gefaltet worden ist, bei jeder Kleinigkeit von den Eltern, der hat dann oft nicht mehr die Kraft, sich zu entfalten.

Edward Young schreibt: Wir werden als Originale geboren und sterben als Kopien. Ein schönes Bonmot. Ein kluges Wort also. Aber wie so oft, ist es so richtig, wie es falsch ist!

Denn wenn wir geboren worden sind, sind wir zwar am Ursprung, können wir noch ganz vieles werden, aus uns entwickeln, aber ein Original im Sinne von echt und unverwechselbar müssen wir erst noch werden. Und wenn wir sterben, also unseren 2. Geburtstag erleben, den in die Ewigkeit Gottes, dann sind wir zwar vielen nachgefolgt, haben uns von vielen inspirieren, begeistern lassen, aber haben das alles zu einer so einzigartigen Mischung, oft zu einer so wunderbaren Melange vermischt, dass wir auch darin wieder einzig sind.

Das Bonmot von Edward Young zeigt also vor allem eine Gefahr auf, dass wir nämlich das, was in uns steckt, was wir entfalten könnten, nicht zur Entfaltung bringen. Das wir jemand einfach nur hinterherlaufen, einfach zur Kopie werden, ohne unser Potential zu nutzen. Und das Potential liegt darin, dass wir schon am Anfang ein Original sind.

Das ist auch das Schöne an dem kleinen Akzentwechsel von Fördern und Fordern. Beides brauchen wir. Wir müssen gefördert werden, damit wir dann auch gefordert werden können. Und ich brauche dazu den Segen Gottes, den Segen des Höchsten, dem ich mich verdanke, von dem ich also komme und zu dem ich gehe. Anfang und Ende, lege ich dahin, wo sie sind – in Gottes Hände. „Ausgang und Eingang, Anfang und Ende liegen bei Dir Herr, füll Du uns die Hände.“ Dieser Kanon von 1962 von Joachim Schwarz begleitet mich mein Leben lang. Und er ist so alt, wie ich denken kann. Der Kanon stammt von 1962. Bleiben sie gesundBehütet.


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