Worte zum Tag – 24. Oktober 2020

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Liebe Schwestern und Brüder, „Lass nicht außer Acht die Gabe in dir, die dir gegeben ist.“ schreibt Paulus an seinen Freund Timotheus. Jeder von uns ist eine Gabe Gottes an die Menschen. Und jeder von uns hat als eine solche Gabe auch Gaben, die ihm innewohnen. Solche Gaben sollen, ja müssen entfaltet, entwickelt werden. Sie sollen, ja müssen von uns entdeckt werden. Und dazu muss jeder von uns lernen, sich selber anzunehmen. Sich selber aus Gottes Hand anzunehmen. Zu glauben, also zu akzeptieren, welche Gaben jeder von uns hat oder aber zumindest aus sich entwickeln könnte. Und deshalb ist es so wichtig, so zielführend, so befreiend, dass Jesus uns als das wichtigste Gebot das einfache Dreifachgebot der Liebe gegeben hat: Gott lieben und seinen Nächsten wie sich selbst. Indem ich Gott glaube, mich von ihm ansprechen lasse, kann ich mich selbst aus seiner Hand, als Gabe Gottes an die Menschen, ja die Menschheit annehmen. Indem ich Gott reden lasse und Du zu ihm sage, nehme ich mich selber wahr. So ist die richtige, die menschliche Grammatik. Aus dem Du entwickelt sich das Ich. Ich nehme mich war, weil ich angesprochen bin. Bei kleinen Kindern dauert das fast zwei Jahre, bis aus dem Du von Mama und Papa mein Ich wird. Erst nenne ich mich bei dem Namen, den meine Eltern mir gegeben haben, dann kann ich irgendwann selber Ich sagen. Nicht mehr „Steffen will“, sondern Ich will. Aus dem Du des Gespräches wächst das Ich, in dem ich mich selber wahr nehme. Und nun werden mir auch langsam in immer größeren Kreisen andere zum Du, zum Gegenüber. So haben es uns die Juden Martin Buber und Eugen Rosenstock-Huessy gelehrt. Und damit die Grundlage für eine neue Grammatik und eine neue Soziologie gelegt. Denn Gemeinschaft entsteht ja dadurch, dass Menschen miteinander sprechen, einander verstehen. Und nun sagt uns Paulus im Namen Gottes, dass wir die Gabe, die wir sind, die in uns ist, nicht außer acht lassen sollen. Also nicht verachten sollen. Sondern eben achten. Wo jemand geachtet wird, sagt man Aha….Man wird aufmerksam, man achtet und ist erstaunt…Aha…Vielleicht ein ganz ursprünglicher Ursprung unseres Wortes achten – aha..! Und zugleich ist die liegende 8 das Zeichen für Unendlichkeit. Für Unbegreiflich. Für unverfügbar. Und das ist ja jedes Individuum. Der polnische Dichter Szipiorski hat an dem Tag, als wir 50 Jahre Befreiung von Sachsenhausen gefeiert haben, also dem KZ, in dem auch er saß, gesagt: Jeder der hier Umgebrachten und Gestorbenen ist eine zerbrochene Achse im Weltall. Also von unfassbar großer Bedeutung. Und ich selber habe in Templin, als ich als gerade mündig Gewordener im Waldhof, einem Heim der Kirche für behinderte Menschen gearbeitet habe, etwas mir sehr Wichtiges gelernt: Im Therapieflur vom Waldhof war eine Skulptur. Eine Sonnenfinsternis. Die Sonne leuchtete am Ende dieses langen Flures hinter einem Mond, einer Metallplatte, hervor. Und mir wurde erklärt, dass die Krankheit den Menschen nur teilweise verdeckt, wie der Mond die Sonne. Aber dahinter ist sie eben, die Sonne. Die Gabe, die in ihnen war oder ist. In jedem von uns. An diese Gabe, an diese Sonne in jedem von uns will ich glauben. Sie versuchen zu sehen. Und anderen davon zu erzählen. Bleiben sie gesundBehütet.


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