Worte zum Tag – 24. November 2020

Hauptstadt.TV24. November 2020

Liebe Schwestern und Brüder,

Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.“ jubelt der Psalm 98, der von Jahwe als dem königlichen Richter aller Welt redet. Und heute, über 2500 Jahre, nachdem dieser Psalm, dieses Lied auf die Thronbesteigung Jahwes erstmals gebetet worden ist, erstmals gesungen wurde am Tempel in Jerusalem – gibt es eine reale Entsprechung? Oder ist das nur endzeitliche Hoffnung?

Natürlich ist das vor allem endzeitliche Hoffnung. Aber es gibt geschichtliche Korrelate, historische Entsprechungen. Und über die kann man, muss man reden. Denn Gott hat doch mit seinem Volk, dem wir die Bibel verdanken, das meistverbreitete, das meistgelesene Buch der Welt, auch in unserer Geschichte etwas vor. Er hat sein Volk neben allem unvorstellbaren Leid eben auch wirklich in unserer Zeit, in den 2 500 Jahren etwas erleben und spüren lassen von dem Heil ihres Gottes. Und aller Welt Enden haben es auch sehen können. Oder könnten es zumindest sehen, wenn sie ein weinig vorurteilsfreie Aufmerksamkeit darauf geben würden. Und wir werden uns bei aller modernen Toleranz die Frage von Jesus im Evangelium von Markus 4 gefallen lassen müssen: „Zündet man denn ein Licht an, um es unter den Scheffel oder unter die Bank zu setzen? Und nicht, um es auf den Leuchter zu setzen?“

Ich will uns zeigen, in Erinnerung rufen und das Licht der Juden, das Licht unseres Gottes dankbar auf den Leuchter setzen. Zum einen ist das jüdische Volk nach dem Jahr 70, in dem der Kaiser Titus den Tempel in Jerusalem eroberte in die Diaspora, in die Zerstreuung gegangen. Überall im römischen Reich waren sie nun zu Hause. Im nächsten Jahr werden wir in Deutschland feiern, ja feiern, dass seit 1700 Jahren Juden in Deutschland leben. 321 waren erstmals Juden in Deutschland – transalpin, in Mainz, also im Bereich des römischen Limes. Es gibt auch heute nur 15 Millionen Juden in der Welt, also etwas weniger, als es Bürger in der DDR gab. Aber was haben wir ihnen zu verdanken?

6 Millionen Juden haben wir Deutschen von 1936 – 1945 umgebracht. Wohl knapp die Hälfte der damaligen Zahl der Juden. Heute gibt es fast wieder 15 Millionen Juden weltweit – die meisten natürlich in Israel, das als Antwort auf Auschwitz gegründet worden ist, dort wo es bis ca. 70 nach Christus bestand. Das sind etwa 0, 19 % der Weltbevölkerung, also 0,2 %. Ein Fünftel Prozent.

Und wissen sie wie hoch die Zahl der jüdischen Nobelpreisträger ist? Nicht der aus Israel. Sondern der jüdischen Nobelpreisträger. 37 % aller Nobelpreise gingen bisher an Juden. Das ist rund 200 mal höher als ihnen zusteht von ihrem Anteil an der Weltbevölkerung. Deshalb denken viele, die Rasse der Juden wäre etwas Besonderes. Das ist bullshit. Wirklicher Mist. Das ist Müll. Sie werden kein jüdisches Gen finden. Denn die Juden leben unter allen Völkern, sind zerstreut über die ganze Welt. Sind in der Diaspora, in der Zerstreuung. Und was also macht sie so besonders? Wenn nicht die Gene? Irgendworan muss es ja liegen. Von nichts kommt nichts.

Es ist eine Frage der Erziehung, denn die Juden sind das Volk des Buches, der Bibel. Die Juden fühlen sich durch Gottes Verheißung als etwas Besonderes. Denn sie haben den Segen Gottes. Gott hat sie gesegnet. In Genesis 12, 3 lesen wir, lesen Sie: „Ich will die segnen, die dich segnen, und wer dich verflucht, den will ich verfluchen; und in dir sollen alle Geschlechter der Erde gesegnet werden.“ Juden sind sich ihrer Herkunft bewusst. Sie geben sie weiter.

Die Juden sind immer Juden geblieben. Seit über 3000 Jahren. Mindestens seit König David König in Jerusalem, König in Israel war. Und ein Hinweis ist wichtig: Das Volk Israel gibt es heute eigentlich nicht mehr. Denn von den 12 Stämmen ist heute nur noch einer existent, hat das Exil in Babylon überlebt, was knapp 600 Jahre vor Christus begonnen hat. Die Oberschicht des Stammes Juda wurde entführt, exiliert und dann später noch einmal in Persien und hat das überlebt. Sie kamen zurück ins Gelobte Land und haben sich bewahrt gefühlt von Gott und sich nicht gemein gemacht, nicht aufgelöst wie die anderen Stämme in die Bevölkerung. Israel ist also eigentlich der Stamm Juda, deshalb reden wir ja auch von Juden. Und viel seltener von Israelis. Die gibt es auch. Aber erst seit 1948 wieder. Die Juden sind besonders geblieben und das hat andere abgestoßen und sie haben sie ausgestoßen. Die Juden haben auch die ersten Christen ausgestoßen und auf diese ca. 40-jährige Verfolgung der Christen durch Juden, nämlich bis zur Zerstörung des Tempels, haben die Christen mit rund 1900 Jahren Verfolgung reagiert. Bis Ausschwitz. Bis zur Gründung des Staates Israel.

Warum also sind Juden bis heute so besonders? Und: Warum gibt es so viel Anti-Semitismus in der Welt bis heute? Und warum wächst er gerade wieder bei uns in Deutschland. Antisemitismus ist das „Natürlichste“ der Welt und das Perverseste was es gibt. Das Natürlichste, weil Menschen so reagieren, wenn sich jemand für etwas Besonderes hält. Und pervers, weil die Juden ja dabei nur dem Gott die Treue halten, der sie angesprochen hat, der mit ihnen geredet hat und dessen Offenbarung sie weitergegeben haben an die Christen und die Muslime! Die sie übernommen haben und so in dieser Tradition ihre Erfahrungen mit Gott gemacht haben! Juden sind so besonders, weil sie das Buch haben und dem Buch die Treue erweisen! Und weil sich Ihnen in dem Buch Gott offenbart. Ja: „Aller Welt Enden sehen das Heil unsres Gottes.“ Bleiben sie gesundBehütet.


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