Worte zum Tag – 23. November 2020

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Liebe Schwestern und Brüder,

„Jesus sah die große Menge; und sie jammerten ihn, denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben.“ lesen wir in Markus 6 als Losung. Und er fing eine lange Predigt an, heißt es dann weiter. Und dann kommt die Speisung der 5000. Von Einfaltspinseln für Einfaltspinsel wird die Geschichte seit Jahrhunderten immer als Geschichte der wundersamen Brotvermehrung erzählt. So als ob Jesus gezaubert hätte und plötzlich wie im Märchen vom süßen Brei für alle genug da gewesen wäre. Aber das ist nur die armselige Variante, das ist nur ein Wunder contra naturam. Ein Naturwunder. Denn die Gesetze der Natur werden für kurzeZeit außer kraft gesetzt.

In Wirklichkeit aber geht es um ein viel größeres Wunder. Eines contra cordiam. Ein Wunder was durch die Predigt Jesu in den Herzen stattgefunden hat. Und die durch die Predigt Jesu veränderten Menschen öffneten nun nicht nur ihre Herzen füreinander, sondern auch ihre Taschen. Und sie teilen die Dinge, die sie eigentlich für sich mitgebracht hatten, für den Heimweg. Und plötzlich war dann genug für alle da. Und es blieb sogar noch vieles übrig. So hatte die Predigt Jesu die Menschen verändert.

Und wenn wir ehrlich sind, gibt es heute eine reale Entsprechung zu dieser Geschichte. Die Europäische Union ist ein solcher Ort der wundersamen Brotvermehrung. Denn allen Staaten, die Teil der EU sind, geht es besser als zuvor, weil sie miteinander teilen. Und weil sie miteinander teilen, geht es allen besser als zuvor. Und vor allem auch uns Deutschen. Wir geben real und prozentual am meisten. Wir finanzieren die EU also wesentlich mit. Da haben die Rechtspopulisten und die Rechtsextremisten recht. Aber was sie geflissentlich verschweigen oder eben nicht willens oder zu dumm sind es zu begreifen, wir haben als Deutsch auch den größten Nutzen davon. Wir bekommen viel mehr durch die EU zusätzlich, als wir dann auch wieder für diesen Staatenbund ausgeben.

Das haben die, die die EU als Antwort auf den Doppelten Weltkrieg von 1914-1945 gegründet haben, gespürt und für möglich gehalten, weil sie eben in einer christlichen Tradition groß geworden sind.

Und die Predigt Jesu hat dann eben nicht nur die Juden beeindruckt, nicht nur die Juden angesprochen. Sondern Jesus wusste sich als Sohn Gottes zu allen Menschen gesandt. Und hat als Auferweckter, kurz vor dem, was seine Jünger, seine Gesandten als Himmelfahrt erlebten, den Missionsauftrag an sie gegeben. „Gehet hin in alle Welt und machet zu Jüngern alle Völker und lehret sie halten alles, was ich Euch gesagt habe.“ Jesus wollte Hirte nicht nur für das Volk Israel sein. Obwohl die Römer und die Juden ihn als König der Juden kreuzigen ließen. Mit dem Vermerk „INRI“ Jesus von Nazareth, der Juden König. Also Jesus Nazarenos, Rex Iudaeorum, auf dem Kreuz oben über seinem Kopf angeschlagen.

Bei der Speisung der 5000 Menschen kommt erstmals die Menschheit in den Blick. Jesus spricht zwar nur diese 5000 jüdischen Familien an. Es sind in Wirklichkeit ja viel mehr, aber gezählt werden nur die Familien, die Männer, die ihre Frau und ihre Kinder mitgebracht haben. In dieser für damalige Verhältnisse riesigen Menschenmenge spricht Gott durch Jesus eben nicht nur zu den Juden, den verlorenen Schafen Israels, sondern zu allen Menschen. Denn das, was Jesus in den 5000 Menschen, die da zusammen kamen sah, betrifft doch alle Menschen in gleicher Weise.

Und so ist der Taufauftrag, den Jesus später formuliert, im Grunde ein Globalisierungsauftrag. Gott hat Jesus zu den Juden gesandt, aber will durch sie die ganze Menschheit in seine Rettung hinein reißen. Wenn alle mit der Predigt Jesu gemeint sind, dann ist im Grunde schon da, die ganze Menschheit im Blick. Ja mehr noch. Da entsteht die Menschheit. Und zwar nicht dadurch, dass man andere Völker erobert, wie das Römische Reich das gemacht hat. Sondern dadurch, dass eine Botschaft da ist, die Menschen aus allen Völkern meint und anspricht. Menschheit entsteht dadurch, dass Gott durch Jesus alle Menschen in sein Heilswerk hinein nehmen will. In Jesus will Gott alle Menschen ansprechen und sie an der Freiheit eines Christenmenschen teilhaben lassen. Und das ist doch auch der eigentliche Grund, weshalb so viele alles dran setzen, um in den Westen zu kommen und so viele Staaten auf dem Weg links liegen lassen. Weil durch Jesus von Gott alle Menschen, egal wo sie leben, angesprochen und gemeint sind, sind auch alle, egal wo sie leben, in eine globale Republik hineingestellt. Die UNO ist der erste Schritt auf dem Weg in eine solche globale Republik. Und die Krisen, in denen wir schon längst stehen, werden wir nur meistern können, wenn wir den Mut haben, diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Nur eine globale res publik wird die globalen Klima-Veränderung als öffentliche Sache sinnvoll steuern können. Das kann man mit rechtsextremen Scheuklappen ausblenden. Aber nicht bewältigen. Wir werden das genauso verstehen lernen, wie wir heute die Nationen als sinnvolle Nachfolger der Stämme und Fürstentümer begriffen haben. Spät, aber nicht zu spät. Bleiben sie gesundBehütet.


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