Worte zum Tag – 19. September 2020

Hauptstadt.TVHauptstadt.TV19. September 202012

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

Gott ist weise und mächtig; wer stellte sich ihm entgegen und blieb unversehrt? Aus dem Buch Hiob ist die Losung für heute aus dem Buch Hiob im Alten Testament.

ich wünsche Ihnen allen ein Gutes Neues Jahr. Ein Rosch hoschana. Schana Tova uMetuqa!

Mit unseren jüdischen Schwestern und Brüder feiern wir nämlich heute das Neujahrsfest und gehen miteinander in das Jahr 5781 seit der Schöpfung Gottes. Ja, bei den Juden gehen die Uhren anders. Aber bei uns eben auch. Denn wir leben im Jahr 2020 des Heils, post christum natum, nach Christi Geburt. Denn das natürliche Jahr kennen wir doch alle – Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Aber Menschen brauchen längere Takte, geschichtliche Zusammenhänge. So hat man früher, um sich zu verzeiten und zu verorten, die Herrscherzeiten angegeben – Jesus wurde geboren, das geschah zur Zeit, als Quirinius Statthalter in Syrien war. Und im Römischen Reiche galten die Regierungszeiten des Kaisers. Also wir würden heute im 16. Jahr von Angela Merkel leben.

Aber Christen haben begonnen, ihre Zeit nach Christi Geburt zu zählen und wir zählen bis zur Wiederkehr Christi. So römisch wie Papst Silvester I war die Sitte, das Jahr nach dem zehnten Monat neu zu beginnen. Die Monate für Gaius Julius Caesar – Juli – und Augustus – August, der Erhabene – wurden später eingeführt. Die Assoziation des Jahresendes mit dem Namen Silvester geht auf das Jahr 1582 zurück. Damals verlegte die Gregorianische Kalenderreform den letzten Tag des Jahres vom 24. Dezember, dem Weihnachtstag, auf den 31. Dezember, den Todestag von Silvester I. Und wir leben seitdem im Kirchenjahr und im Kalenderjahr.

Am gestrigen Abend begann das jüdische neue Jahr. Diese zehn Tage, die mit dem Jom Kippur, dem Versöhnungstag, zu Ende gehen, sind kein Fest des Böllerschießens und ausgelassenen Trinkens. Während dieser zehn Tage werden die Taten jedes einzelnen Menschen, jeder Stadt, jedes Landes, ja der ganzen Erde in die Waagschalen des himmlischen Gerichtes gelegt. Dann wird entschieden, wem es gut, und wem es schlecht geht, wer das Jahr überlebt oder sterben wird. Der Talmud sagt dazu: »Drei Bücher werden an Neujahr geöffnet: Eines für die völlig Gerechten, eines für die völligen Frevler und eines für die Mittelmäßigen. Die völlig Gerechten werden sogleich eingeschrieben und zum Leben versiegelt. Die völligen Frevler werden sogleich eingeschrieben und zum Tode versiegelt. Und die Mittelmäßigen bleiben in der Schwebe von Neujahr bis zum Versöhnungstag. Werden sie verdienstlich, werden sie zum Leben eingeschrieben, werden sie nicht verdienstlich, werden sie zum Tode eingeschrieben. – Alle werden an Neujahr gerichtet, und das Urteil wird am Jom Kippur versiegelt.«

In den zehn dazwischenliegenden Bußtagen werden deshalb alle traditionellen Juden ihre Geschäftsbücher prüfen, Schulden zurückzahlen, Frieden stiften, Almosen geben, um das Urteil noch zum Guten zu wenden. Wenn Sie eine moderne literarische Version dieser Feststimmung erleben wollen, dann lesen Sie Franz Kafkas Proceß-Roman, den er gerade unter dem Eindruck dieser Festzeit schrieb. Bleiben Sie gesundBehütet!


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