Worte zum Tag – 19. November 2020

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Liebe Schwestern und Brüder,

Schmecket und sehet, wie freundlich der HERR ist. Wohl dem, der auf ihn trauet!“ aus Psalm 34 ist die Losung von heute. Wer mal an einem Abendmahlsgottesdienst teilgenommen hat, der kennt diesen wunderbaren Satz. Er wird gesagt von dem, der im Namen Jesu zum Abendmahl, zur Eucharistie einlädt. Es ist er letzte Satz, der gesagt wird, bevor alle aufstehen und nach vorn kommen. Der Satz, der direkt davor gesagt wird, ist: „Kommt, es ist alles schon bereit!“ aus Lukas 14.

 Ja, Gott kann und soll man schmecken. Und das auch ganz real. Leibhaftig sozusagen. Und deshalb sind zumindest da unsere Schwestern und Brüder von der allgemeinen, weltweiten Kirche, also der katholischen, an der Stelle besser. Klüger. Wenn sie Gottesdienst feiern, feiern sie auch immer Abendmahl. Sonst ist es für sie nur eine Andacht. Im Gottesdienst soll man Gott nicht nur hören und ihm glauben. Sondern ihn auch schmecken. Eben schmecken, wie freundlich der Herr ist. Dadurch wird auch klar, wir sind im Gottesdienst seine Gäste. In seiner Nachfolge sind wir mit ihm auf dem Weg. Und er bereitet ein Weglager für uns. Er speist uns und gibt uns auch ganz real Kraft. Das Brot, was Jesus damals teilte, war ein ungesäuertes Brot. Deshalb gibt es beim Abendmahl diese Oblaten. Aber sie schmecken nach nichts. Oft liegen sie wie Papier auf der Zunge. Und der Wein ist oft nur aus der untersten Reihe beim Discounter. Man trinkt ja sowieso nur einen Schluck. Aber ist das nicht fatal und dumm? Gerade darum sollte man wenn wir wieder Abendmahl feiern dürfen, guten Wein und gutes Brot nehmen. Und nicht nur ein bisschen, sondern so, dass man wirklich schmecken und sehen kann, wie freundlich der Herr ist. Und das jeden Sonntag.

In meiner ersten Gemeinde in Christinendorf bei Trebbin wollte ich das einführen, dass wir wenigsten einmal im Monat Abendmahl feiern würden. Als ich das im Gemeindekirchenrat vorschlug, breitete sich eisige Stille aus. Und die erste, die überhaupt wieder klar denken und atmen konnte, war unsere wunderbare Vorsitzende. Sie sagte voller Empörung: „Ne Herr Pfarrer, so sündig sind wiiiiiir nicht!“ Mein sehr engagierter Vorgänger hatte der Gemeinde immer gesagt, dass Abendmahl auch zur Vergebung der Sünden gefeiert wird. Hat er auch recht. Aber eben nur auch, unter anderem zur Vergebung der Sünden. Mein Gemeindekirchenrat meinte daher nun, ich hielte sie für so sündig, dass ich meinte wir müssen daher häufiger Abendmahl feiern. Es war ein langer Weg, bis sie sahen, dass Abendmahl feiern viele Gründe hat. Nicht nur Gemeinschaft mit Gott haben, sondern eben auch einfach Danke sagen und daher miteinander Brot und Wein teilen.

Das ist einer der großen Unterschiede von Juden und Christen in der Anfangszeit der Kirche. Die Juden gingen Gott weiter opfern im Tempel. Das war der zentrale Teil allen Gottesdienstes für die Juden. Im Tempel Speisopfer, Trankopfer, Rauchopfer und andere darzubringen. Und so machten es an den Heiligen Stätten im Grunde alle Religionen. Und manche machen es bis heute – zum Beispiel weit über die Hälfte der Menschheit, die auf dem mit Abstand größten Kontinent, also Asien lebt. Als aber der Tempel im Jahr 70 nach Christus zerstört wurde von den Römern, hatten die Juden keinen Ort mehr, wo sie Jahwe opfern konnten. Ihr Gottesdienst waren jetzt das Lesen und Hören von Gottes Wort.

Und die ersten Christen hatten damit schon eine Generation früher angefangen. Denn für sie war ja das unüberbietbare Opfer schon von Gott selber gebracht worden. Gott opfert seinen Sohn am Kreuz. Nein Gott opfert sich selbst am Kreuz und macht damit ein für alle Mal jedes Opfer von Menschen unnötig. efhapax sagt das Neue Testament auf Griechisch dazu. Im Abendmahl stellen wir uns nur an die Seite Jesu, kurz bevor er in den Garten Gethsemane geht und dann ans Kreuz auf Golgatha und feiern mit ihm und seinen Jüngern gemeinsam das Mahl am Abend. Juden sollten opfern und Christen sollen, ja dürfen das nicht mehr. Denn würden sie es tun, würden sie ja Gott nicht ernst nehmen. Ihm nicht glauben. Wir sollten uns Katholiken und Protestanten geschwisterlich auf das hinweisen, was wir anders machen und warum. Nur dann können wir wie in den vergangenen 5 Jahrhunderten seit der Reformation voneinander und miteinander lernen. Und deshalb bin ich so gern ein katholischer, baptistisch-methodistischer, orthodoxer Protestant. Und stimme immer gemessen an der uns Heiligen Schrift dem zu, der meiner Meinung nach recht hat. Also im rechten Verhältnis zu dem Wort Gottes in der Bibel steht. Bleiben sie gesundBehütet.


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