Worte zum Tag – 19. März 2021

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Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

„Als Jesus seine Mutter sah und bei ihr den Jünger, den er lieb hatte, spricht er zu seiner Mutter: Frau, siehe, das ist dein Sohn! Danach spricht er zu dem Jünger: Siehe, das ist deine Mutter! Und von der Stunde an nahm sie der Jünger zu sich.“ So respektvoll geht Jesus mit Frauen um. Und andere Geschichten ließen sich erzählen aus dem Leben Jesu, die von Maria und Martha zum Beispiel. Aber Paulus schreibt an die Gemeinde in Korinth: „Wie in allen Gemeinden der Heiligen sollen die Frauen in den Gemeindeversammlungen schweigen; denn es ist ihnen nicht gestattet zu reden, sondern sie sollen sich unterordnen, wie auch das Gesetz sagt.“ Paulus schreibt das kurz vor dem mir in seinem Brief und dem ganzen Neuen Testament so wichtigen, vielleicht wichtigsten Kapitel seines Briefes an die Gemeinde in Korinth über die Auferstehung. Vor dem Kapitel 15. Aber was ich eben gelesen habe steht auch in unserer Bibel? Ist das wirklich auch Gottes Wort? Nein, das ist es nicht. Es ist Menschenwort. Und noch dazu sehr ärgerlich. Erst recht für uns heute. Man schämt sich es zu lesen. Aber es war leider sehr  wirkmächtig über 2 000 Jahre. Mit Bezug auf diese Sätze des Paulus sind Millionen von Menschen, eben Frauen, fast 2000 Jahre hintangesetzt, hintangestellt worden. Sie sind benachteiligt worden. Sie sind unterdrückt worden von Männern. Die doch genauso getauft worden waren wie sie. Denn wo immer getauft worden ist, sind Männer „nur“ genauso getauft worden wie Frauen. Da gab es keinen Unterschied. Deshalb beantworte ich die Frage, ob diese Sätze von Paulus auch Gottes Wort sind, so glasklar mit – Nein.

Die Taufe beruht auf Gottes Wort. Die Taufe ist Sakrament Jesu Christi, ist von ihm eingesetzt worden. Und wir sollen und wollen aus der Taufe leben. Aber in der Taufe war eben nie irgendein Unterschied zwischen Mädchen und Jungen, zwischen Frauen und Männern. Niemals! Keinen Tag in der nun wirklich, Gott sei es geklagt, an Irrtümern reichen Geschichte der Kirche wurde ein Unterschied bei der Taufe gemacht zwischen den Geschlechtern! Getauft wurden immer Menschen, nie ein Geschlecht. Alle Menschen sind in gleicher Weise von Gott zur Taufe eingeladen. Egal zu welchem Geschlecht sie gehören oder zu welchem sie sich zugehörig fühlen.

Das war damals vor 2000 Jahren ein ungeheuerlicher menschheitsgeschichtlicher Fortschritt. Den es nie davor auch nur ansatzweise oder auch nur vergleichbar irgendwo anders gab. Und auch danach hat sich im Grunde kein Stifter einer Religion oder eines Staates vergleichbar verhalten. Denn die Muslime haben es den Juden und anderen nachgemacht. Da gab es immer nur die Beschneidung für die Männer. Frauen waren und sind bei Juden und Muslimen in gleicher Weise in dem Mann, zu dem sie gehören, mitbeschnitten. In ihrem Vater oder nach der Heirat in ihrem Mann sind sie beschnitten, also aufgenommen in den Bund mit Gott. Durch die Beschneidung des Mannes, zu dem sie gehören, sind sie in den Bund Gottes mit aufgenommen.

Nur in der Taufe, nur im Bund Gottes durch die Taufe, wird jeder Mensch, egal welchen Geschlechts, welcher Nation, ob behindert oder nicht, ganz individuell Teil des Bundes mit Gott. Deshalb konstituiert die Taufe auch im Kern sogar den Ursprung unserer modernen Individualität. Weil in der Taufe erstmals und bis heute und mit unüberbietbarer Klarheit jeder einzelne Mensch als Individuum aufgrund seiner eigenen persönlichen Entscheidung (oder eben der ihrer oder seiner Eltern) in den Bund mit Gott aufgenommen wird. Und so pervers, so widerwärtig die Irrlehren der Theologen in der Kirche auch gewesen sein mögen – die Frechheit, die Dummheit hatte keiner, zu sagen, dass Mädchen vielleicht doch nur mit Luft (?) getauft werden sollten. Und deshalb können die eingangs vorgelesenen Sätze aus dem Brief des Paulus nicht Gottes Wort sein, weil sie dem, was in der Taufe gesetzt worden ist, diametral widersprechen. Bleiben sie gesundBehütet.


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