Worte zum Tag – 17. März 2021

Hauptstadt.TV17. März 2021

Liebe HauptstadtTV-Gemeinde,

„Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Ist die Losung für heute aus 1. Mose 16. „Du siehst mich“ war die Losung für den Kirchentag 2017. Ja, wir wollen gesehen werden. Werden wir nicht gesehen, verkümmern wir. Und das hier gemeinte Sehen ist kein optisches Ab-Checken, was auch ein Computer könnte, sondern es ist ein Wahrgenommen werden. Ein sehen, was Reaktionen einschließt. Ein Blinkern, ein Zwinkern. Das mir bestätigt, ich bin wahrgenommen worden. Über die Augen eines Menschen bin ich bis in sein Herz gelangt. Jeder von uns will gesehen werden. Das ist zwar kein erklärtes Menschenrecht, aber es ist so notwendig, wie die Luft zum Atmen. Die ist auch nicht durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte verbrieft. Aber das versteht sich von selbst. „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Sagt Hagar, die Magd von Abram, also von Ab-Raham, dem Vater von vielen, als er eben noch Abram hieß. Und sie hatte ihm, weil Abrams Frau das zumindest noch nicht konnte, ein Kind geboren. Ismael. Der heute als Stammvater der Muslime gilt. Und Gott hatte ihr Elend auf der Flucht vor Sarah gesehen. Er hatte sie in ihrem Elend erhört. Und sie hatte hinter Gott hinterhergeschaut, wie später Mose. Denn man kann Gott nicht schauen. Man kann nur fühlen, spüren, dass er da war. Und den, der da war für Haggar, den nennt sie nun: Ein Gott der mich sieht.

Der Stauferkönig Friedrich II, der über ein halbes Jahrtausend vor dem Alten Fritz lebte, hat mal ein furchtbares Experiment gemacht. Kinder wurden mit allem, was sie brauchten ernährt. Aber sie wurden nicht angesehen, nicht wahrgenommen. Sie sind jämmerlich eingegangen. Untergegangen. Deshalb wollen wir wahrgenommen werden. Um zu leben. Denn nur wer wahrgenommen, angesprochen wird, kann hören und sich selber wahrnehmen. Unsere von den Griechen geprägte Grammatik führt uns da in die Irre. Sie behauptet: Ich Du Er-Sie-Es. Aber das ist falsch. Ist unwahr. Das sind Fake News. Erst wenn ich Tausende Male von meiner Mutter, meinem Vater „Du“ gehört habe, fange ich langsam an, mich selber wahrzunehmen. Erst wenn ich in der Liebe meiner Eltern über Monate hinweg täglich zig Male angesprochen worden bin, fange ich langsam an und rede zuerst so wie meine Eltern von mir! Ich wiederhole meinen Namen, wie ich ihn von ihnen gehört habe. Erst lange, Wochen, oft Monate später, bin ich in der Lage „Ich“ zu sagen, weil ich begriffen habe, dass ich jemand anderes bin als meine Eltern. Also wenn ich lange genug gehört habe Du, kann ich „Ich“ sagen. Und erst dann können wir miteinander darüber reden, dass es auch andere gibt. Er und Sie und es…

In der Kirche erleben Menschen, manchmal erst mitten im Leben, dass unser Gott, dem sie in der Kirche begegnen, ein Gott ist, der sie sieht. Wer das erlebt und erfahren hat, der will davon nie wieder los. Wer erlebt und gespürt hat, dass der Gott, der mich sieht, sogar in einem Menschen angesehen hat, der ist bereit alles aufzugeben, aber nie wieder aus der Nachfolge zu diesem Menschen auszutreten. Denn das ist der plötzlich aufbrechende, in mein Sein, in meine Sinne einbrechende Sinn meines Lebens, dass der Gott, der mich sieht, in diesem Menschen, in dem er selber Teil seiner Schöpfung geworden ist, ansieht. Und sich selber von mir ansehen lässt. Darin gleichen wir uns alle. Alle 7, 5 Milliarden Menschen auf dieser Erde, jeder von einer Mutter Geborene, dass wir gesehen werden wollen. Und um so weniger wir am Anfang gesehen worden sind, um so mehr wollen wir es später. Deshalb ist die Kirche auch ein so großes Hafenbecken für Menschen, die da riesigen Nachholbedarf haben. Die jeder anders, jeder auf seine Weise, gestört sind. Manchmal stören diese Menschen auch in der Kirche. Aber sie gehören dahin. Denn Gott ist ein Gott der sie sieht. Und wo sollte er sie denn sehen, wo sollten sie es denn spüren, wenn nicht in der Kirche. Und deshalb werden wir uns dort wohl aushalten müssen. In der Kirche, dem größten Hafenbecken der Welt für Gestrandete, nicht Gesehene. Und deshalb sind wir auch gefordert als Kirche, mit „Brot für die Welt“ mitzuhelfen, dass Menschen spüren und essen können, dass es da einen Gott gibt, der sie sieht und liebt und will. Diese Sehnsucht ist bei uns allen ähnlich groß. Dafür schicken wir permanent Bilder von uns selbst in die Welt, per Selfie, Facebook und Whatsapp. Wirklich gemeint werden wir von Gott. Das mit Gott geht so tief rein, „das kann nie zu Ende sein. Sowas Großes geht nicht einfach so vorbei.“ Will ich mit Udo Lindenberg singen. „Ja, wenn ich auch im Finstern sitze, so ist doch der HERR mein Licht.“ ist die Losung von heute aus Micha 7. Bleiben sie gesundBehütet.


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