Worte zum Tag – 12. November 2020

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Liebe Schwestern und Brüder,

„So lasst uns nun durch Jesus Gott allezeit das Lobopfer darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.“ aus Hebräer 13 ist der Lehrtext für heute.

Der Kern aller Religion ist das Opfer. Man fühlt sich von etwas, von jemand abhängig. Denn man weiß ja, früher besser als heute, dass man sein Leben nicht in der Hand hat. Und hinter diesem Schicksal, diesem Fatum, sieht man eine Gottheit. Die das Volk gemeinsam anbetet und dieser Gottheit opfert. Tieropfer, Speis- und Trankopfer, Pflanzen, die man verbrennt, damit die Gottheit spürt, sieht und riechen kann, wie man für sie Opfer darbringt. Die Tempel sind allesamt riesige Opferstätten, in denen viel Blut floss von den Tieren, die da geschächtet wurden. Wenn man mal in Baalbek gewesen ist oder in einem der vielen anderen noch erhaltenen Tempel, wenn man die Abbildungen sieht, die Menschen zeigen, die ihre Opfergaben an den Tempel bringen, dann hat man eine Vorstellung davon. Das war überall so, ob in Amerika bei den Inkas oder den Azteken. Oder im ganzen Orient. Und wenn sie heute nach Asien kommen, dann sehen und erleben sie es auch, wie die Menschen dort bis heute Opfer bringen – Blumen oder Speisen, Räucherstäbchen oder Geld.

Die Christen waren die ersten, die sich diesem Opferkult entzogen haben und deshalb dann von Juden und Römern 300 Jahre lang verfolgt wurden. Denn man hatte Angst vor ihnen. Weil die Götter Roms oder der Gott Jahwe dem Volk zürnen konnte, weil sie in ihren Mauern, in ihrem Volk oder in den Grenzen des Limes Menschen duldeten, die sich am das Heil sichernden Opferkult nicht beteiligten. Aber für die Christen war das Opfern nicht mehr statthaft. Nicht aus Übermut oder aus Jux und Dollerei oder aus Überheblichkeit. Die Christen opferten nicht, weil das ultimative Opfer für sie schon längst erbracht war. In dem Tod Jesu am Kreuz hatte Gott den Menschen gezeigt, dass es gar kein menschliches Opfer geben könne, was die Schuld der Menschen aufwiegen könnte oder auf dessen Grundlage die notwendige Sühne der Menschen stattfinden könnte. Nein, die Schuld war so groß, dass Gott schon selber das Opfer darbringen musste, um Sühne zu leisten. Um sich zu versöhnen. Und so haben die Christen in dem Tod Jesu das letzte, das ultimative, alle menschlichen Opfer nicht nur überbietende Opfer, sondern das alle menschlichen Opfer überflüssig machende göttliche Opfer gesehen. Und wollten nun nicht mehr opfern. Denn das hätte ja geheißen, dass man nicht nur überflüssiges, unnötiges macht, sondern Gott auch widerspricht und meint, seinem Opfer noch etwas hinzufügen zu müssen. Und so wurden die Mittel, die man bis dahin brauchte, um Gott im Tempel zu versöhnen, plötzlich frei für anderes. Nämlich für den Dienst am Nächsten, für die Nächstenliebe. Die Diakonie heißt das auf Griechisch bei der Evangelischen Kirche. Oder die Caritas, so heißt es auf Lateinisch bei der Katholischen Kirche. Nächstenliebe also, wie sie Jesus in seinem Dreifachgebot uns aufgetragen hat.

Aber wie Menschen so sind, haben sie Gott nicht dauerhaft geglaubt und gedacht, dass man besser auf Nummer sicher geht und wieder angefangen Gott zu opfern. Bis hin dann zum Ablass, mit dem man sich nun gar loskaufen konnte von den Sünden. Und Luther hat dem widersprochen und hat seine Thesen veröffentlicht und zum Streit darüber eingeladen an die Universität in Leipzig. Ganz in der Nähe von Wittenberg. Und hat die Kirche wieder in Form gebracht durch seine Reformation. Sie re-formiert. Sie in die von Jesus gewünschte Form gebracht. Und in dieser Kirche vertraute man darauf, dass unser Lobopfer eben im Singen besteht, im Beten, im Gottesdienst feiern. Nun nicht seine Zeit opfern, was ja nur eine andere Form von Opfer wäre. Sondern weil man aus Freude über die Befreiung durch Gott gar nicht anders kann als dankbar zu singen und Gott zu loben. „Dankbare Lieder sind Weihrauch und Widder“ singt Paul Gerhardt und weiß sehr genau: Gott loben ist unser Amt. Und da stimmen wir dann überein mit dem Psalm 79 und können sagen: Wir, dein Volk, die Schafe deiner Weide, danken dir ewiglich und verkünden deinen Ruhm für und für. Bleiben sie gesundBehütet.


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