Wort zum Sonntag – 22. November 2020

Hauptstadt.TVHauptstadt.TV22. November 202015

Liebe Schwestern und Brüder,

Früher nannte man diesen Sonntag Totensonntag. Die Evangelischen gingen auf die Kirch- und Friedhöfe, dass was die Katholiken schon rund 3 Wochen vorher zu Allerheiligen gemacht hatten. Aber wie frivol, den Sonntag, den Auferstehungstag am Ende des Kirchenjahres nach den Toten zu benennen, die man an dem Tag besucht. Wie hoffnungslos. Haben die denn gar nichts gemerkt? Doch zum Glück. Und nannten ihn dann besser Ewigkeitssonntag. Denn am Ende des Kirchenjahres will die Kirche den Blick in die Ewigkeit Gottes erheben. Also zum Horizont unserer Sinne. Aber hinterm Horizont geht’s weiter. Das wussten wir auch schon bevor es Udo Lindenberg so elegisch für uns gesungen hat. Und deshalb finde ich noch schöner den Tag mit unseren katholischen Geschwistern Christkönigstag zu nennen. Nicht nur weil bei uns in der Kirche in Nikolassee Christkönig das ganze Jahr auf dem Thron auf dem Altar sitzt. Sondern weil es am Ende des Kirchenjahres den Blick in die Mitte des Kirchenjahres lenkt, zum Himmelfahrtstag. Denn da feiern wir doch auch, dass Jesus Christus zur Rechten Gottes erhöht wird. Und singen es, ja schreien es heraus mit dem herrlichen Lied 123, das ist wirklich die Nummer des Liedes. Wie im Billy Wilder Film „123“. „Jesus Christus herrscht als König, alles wird ihm untertänig. Alles legt ihm Gott zu Fuß!“

Am Ende des Kirchenjahres werden wir wieder bewusst in einen anderen Takt versetzt. Das Kirchenjahr beginnt mit dem 1. Advent. Und deshalb endet es schon fast 5 Wochen früher. Das Weltjahr beginnt mit der Beschneidung Jesu, am Tag des Heiligen Papstes Sylvester. Aber heute, auf der Zinne des Kirchenjahres, am letzten Tag, gucken wir in die Ewigkeit. In das, was wir nicht verstehen können. Schon die Zeit zurück bis zum Urknall, bis zum Schöpfungstag, mit dem die Evolution begann, können wir kaum verstehen. 13, 6 Milliarden Jahre. Und nun schauen wir nach vorn, hinter den Tag am Ende der Geschichte Gottes mit seiner Welt, wenn wir in seine Ewigkeit schauen dürfen. Und ahnen nur. Und bekennen mit Jesaja in Babylon, in Assyrien, im heutigen Irak: „Ich, ich bin der HERR, und außer mir ist kein Heiland.“ Aber lassen sie mich uns helfen, dieses Neue, ganz Andere zu denken.

Über 13 Mrd. Jahre braucht das Licht, um von Urknall des Universums zum weitesten Punkt seiner Ausdehnung, seiner Ex-plosion, zu gelangen. Und was in diesem Jenseits ist, jenseits von dem, wohin sich unser Universum ausdehnt, wissen wir nicht, aber wir ahnen, dass auch das Jenseits ohne Ende ist. Wir können kein Ende denken, aber etwas ohne Ende können wir auch nicht denken.

Was ist Ewigkeit? Das wollen wir am Ewigkeitssonntag einmal versuchen zu ahnen:

Ich will versuchen uns in Bildern wenigstens eine Ahnung davon zu geben:

Wenn ein Vogel von dem Strand mit einem Sandkorn zum Mond fliegt und den ganzen Sand des Strandes dorthin gebracht hat, dann hat die Ewigkeit gerade erst begonnen. Oder in einem anderen Bild: Ein Vogel fliegt alle Hundert Jahre zu einem Berg und wetzt dort seinen Schnabel. Wenn der ganze Berg abgewetzt ist, dann hat die Ewigkeit gerade erst begonnen. Unvorstellbar. Das sind andere Dimensionen. Gottes Dimensionen.

Oder lassen sie mich für uns, die wir an Gräbern in diesem Jahr gestanden haben, zum Trost eine kleine Geschichte erzählen: Zwei alte Mönche in einem Kloster, die sehr gut befreundet sind, verabreden sich und sagen: Wenn einer von uns beiden stirbt, dann soll er dem anderen erscheinen und erzählen, wie es dort im Jenseits ist. Und bald darauf stirbt auch der eine von den beiden und erscheint dem Anderen dann auch im Traum: Und sagt mit leuchtenden Augen: „Totaliter aliter! Total anders!“ Und schon ist er wieder weg.

Ein Christ und ein Atheist streiten darüber, ob es ein Leben nach dem Tode gibt. Der Christ erzählt von seinem Glauben an Gottes neuen Himmel und seine neue Erde. Erzählt von Jesajas Prophezeiungen und den Geschichten Jesu. Der Atheist sagt, warum er das alles wegen der neuen Forschungen für Kokoloris hält.

Dann sagt der Christ versöhnlich: Ich glaube es zumindest. Wissen kann man es nicht. Aber es kann sein oder eben nicht. Und der Atheist sagt: Wir werden ja sehen.

Ich wünsche ihnen, dass sie Glauben können, was für uns vorgesehen ist. Und ich wünsche uns, dass wir schauen, was wir geglaubt haben. Bleiben sie gesundBehütet.


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